Samstag, 21. März 2015

Endlich da, aber wirklich da?

PpNun haben es auch die letzten Austauschschüler der Schweiz in die Ferne geschafft: Nach 12h Flug erreichten wir den Flughafen Narita in Tokyo. Um zuerst dorthin zugelangen, mussten wir uns bereits den ersten Problemen in den Weg stellen, wie beispielsweise sich einen Sitzplatz im Flugzeug zu ergattern. Trotz Reservation scheint bei einem überbuchten Flug ein Sitzplatz nicht immer garantiert zu sein -Beim online-check-in erhielten 4 von 5 von uns ein "standby" Ticket. Bei diesem handelt es sich um ein Provisorium ohne konkrete Sitzplatznummer. Doch schliesslich konnten wir im Flug LX160 pünkltich losfliegen. Ganz ohne Turbulenzen ausserhalb wie innerhalb des Flugzeugs konnten wir unsere 12 Stunden absitzen um endlich unserem Traum näher kommen zu können.
Leider bereiteten uns bis jetzt unverstandene Probleme bei der Immigration Sorgen. Unsere kleine Gruppe vertrödelte bei den Schaltern sehr viel Zeit ohne zu wissen warum. Doch schliesslich konnten wir uns doch noch bei AFS Japan melden und wir wurden freundlich empfangen- in schönem Japanisch und ein klein wenig Englisch. Erschöpft von der Reise war unsere Sehnsucht nach Dusche und Hotel sehr gross, doch leider wollte sich dieser Wunsch nicht erfüllen- Unsere Zimmer seien erst ab 3 Uhr verfügbar, weshalb wir diese Zeit nun am Flughafen verbringen sollten. Natürlich wurde zuerst der Duty-free besichtigt. Berge von Kitsch türmen sich in den Läden, wunderschönes Tradidtionshandwerk und eine Menge nicht identifizierbares Essen. In den restaurants ist beim Eingang in der Vitirine das ganze Menu ersichtlich, doch nicht in schriftlicher, sondern plastischer Form. Viele Teller mit wirklich appetitlichen Gerichten aus Plastik erleichtern dem Touristen seine Wahl nach Essen und sparen Kunde und Kellner Zeit, Nerven und Peinlichkeiten.
Einige Minuten nach 12 hiess es Hiru-gohan: Das mittagessen. Uns wurde ein Onigiri (japanisches Sandwich aus Reis gefüllt mit Allerlei) und ein Melon-pan (Süsses "nature"-Brötchen, das den teig von Windbeuteln hat) serviert. Danach war unsere Wartezeit noch auf 2 h geschrumpft. Nach einem weiteren Spaziergang durch den dutyfree (der auf der Aussichtsplatform des Flughafens endete) waren wir wirklich komplett übermüdet und erschöpft. Hier konnte Eis-kaffee helfen- und die Nachricht, das es nun endlich weiterging.
Den 10-minütigen Weg zum Narita Nikko Hotel legten wir mir einem Shuttlebus zurück. Weitere Volunteers wareten auf uns, doch wenigstens wurden uns nun den Treffpunkt zum
Abendessen und der Zimmerschlüssel überreicht, dann durften wir endlich den Schmutz der Reise abwaschen und uns auf den Betten entspannen.
Die Versuchung war gross, einfach einzuschlafen, doch um dem Jetlag zu widerstehen muss man sich unbedingt dem jetzigen Rhythmus anpassen.
Ganz Japan liegt in einer Zeitzone, die 8 Stunden voruauszählt. Dies macht sich erst auf weichen Möblen bemerktbar und resultiert darin, dass die Grativation zuzunehmen scheint und die Augendeckel unweigerlich zuklappen möchten.
Das Programm für heute Abend sieht wie folgt aus: Essen und Schlafen. Dies ist uns allen nach den vielen Stunden am Flughafen nur recht und Schlafentzug macht bekanntlich auch Hunger.  Es ist allseits bekannt seine Uhren, Essgewohnheiten und Schlafenszeiten sofort nach Ankunft ohne Ausnahme in den Tagesablauf der Japaner einzu planen, sonst wird man das Jetlag nie los.
Ich teilte mein Zimmer miteiner schwedin und Grönländerin- Die eine Anfängerin wie ich, die andere erprobt wie die anderen aus meiner Schweizer-japanisch-Gruppe.


Narita Airport: Plastikmenüs im Schaufenster




                      



                                 (Auch In Tokyo findet man tranditionelle Orte wie Stadtparks/Brücken)
Nach einem Frühstück in einem total prunkvoll dekorierten Saal machten wir uns auf den Weg durch Tokyo zum Olympia-Center.  Dort wohnten viele Geschäftsleute, es gibt tonnenweise Getränkeautomaten mit nicht identifizierbarem Inhalt und eine Cafeteria wo wir alle paar Stunden aufgefordert wurden, etwas zu uns zunehmen. Das Arrival-camp sollte uns wichtige Informationen mitteilen und uns auf die Ankunft in der Gastfamilie vorbereiten. Das heisst, wir sollten auch im Umgang mit japanischen Bädern geübt sein und uns "relaxt" fühlen, wie man uns mitteilte.
In Japan wird am Abend gebadet, man sitzt wäscht sich da bei ausserhalb der Badewanne mit Seife (Die Haare werden jeden Tag gewaschen..). Danach setzt man sich in die Badewanne, die meistens eine Temperatur über 40 Grad Celsius aufweist. Die Temperatur in dem öffentlichen Bad (ja öffentlich, jeder wäscht sich im Eva-Kostüm nebeneinander) war ganz angenehm warm. Nach etwa 20 Minuten wird es dann wirklich heiss, die Poren öffnen sich und man fühlt sich ganz entspannt. Danach trocknet man sich ab und legt direkt einen Pijama an. Ich kann jedem das Bad nur empfehlen, vor allem wenn man dank seinem Alltagsleben zu schmerzhaften Verspannungen neigt.
Das japanische Frühstück ist kein Frühstück im westlichen Sinne: Man isst Reis, Miso-Suppe und genau das, was man auch zum Abendessen würde. Seetang inklusive. (Ich glaube meine Ernährung hat 120 Punkte auf einer Skala erreicht.) Einfach probieren und danach urteilen, nicht umgekehrt heisst das Prinzip. Meistens ist man Positiv überrascht. Der ultimative Ausländerschreck, Natto (googelt es mal) steht mir allerdings noch bevor.
Auf jeden Fall habe ich eine super Zeit mit Austauschschülern aus aller Welt verbracht und fuhr am Samstagmorgen via Tokyo nach Joetsu zu meiner Gastfamilie.


Tokyo by night

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