Samstag, 20. Juni 2015

Gold, Toki, Sonne und Meer

Um Emma's Abschied zu feiern, wurde ich heute von ihrer Familie zu einem Ausflug eingeladen: Bevor zehn Uhr morgens nahmen wir die Fähre nach Sado, einer Insel an der Westküste Japans. Die Insel ist ziemlich gross und berühmt für viele traditionell japanische Dinge, von denen ich später berichten werde.
Nach guten einenhalb Stunden Fahrt auf einer riesigen Fähre, deren Innenräume Ähnlichkeit mit einem Flugzeug aufweisen, landeten wir auf der Sado Insel.
Glücklicherweise waren wir nach circa einer Viertelstunde im Besitz von zwei Autoschlüsseln um auf der Insel herumfahren zu können. Unser erster Stopp war bei einer wunderschönen Bucht mit klarem Wasser, Bäumen, Muscheln und vielen Fischen. Wir  stiegen dort für eine Halbestunde in ein fassähnliches Boot namens "Tairabune" um. Diese Boote liegen sehr tief im Wasser und man hat ein sehr seltsames Ruder um zu steuern. Dank meiner wasserdichten Kamera sind mir einige gute Schnappschüsse gelungen.

Nach einem Zwischenhalt im Ramen-Shop ging's weiter zu einem Museum für Goldwäscherei. Man konnte sich 30 Minuten selbst beim Goldwaschen versuchen, wobei ich allerdings ziemlich scheiterte. Die Erfahrung war es trotz der Rückenschmerzen wert. 
Nach einem belohnenden Eis, beschloss man, die Hauptattraktion trotz Zeitmangels doch noch zu besuchen: Der berühmte rot-weisse Toki-Vogel, das Wahrzeichen von Niigata oder zumindest von Sado. In einer Zuchtstation sind viele grosse Käfige mit verschiedensten Vögeln, die man von Ferne auch mit Fernglas gut beobachten kann. Vor knapp 100 Jahren sind die Toki-Vögel beinahe ausgestorben, doch mit Hilfe von China ausgeliehenen Vögeln konnte die Art gerettet werden. Heute leben alle in dem Park, doch man versucht, sie irgendwann wieder auswildern zu können.
Nach einem Schläfchen im Auto schafften wir es rechtzeitig wieder zurück zur Fähre. Dabei machten wir alle grosse Augen: Eine Gruppe Ausländer war ebenfalls unterwegs! Auch wenn Sado eine Touristenattraktion ist, sind Ausländer in Joetsu selten. So selten, dass Emma und ich jedes Mal erstaunt "ein Ausländer!" flüstern. Die Fahrt auf dem Boot ist allerdings nicht sonderlich spannend: Es gibt kaum ein Deck, welches nach draussen führt, so dass man meistens auf seinem Sitz sitzen bleibt. Auf  dem Hinweg fütterten wir einige Möwen mit Senbe, den japanischen Reiscrackern/Chips. Dies war auch schon die Hauptattraktion des Bootes.
Emma's Familie ist unglaublich lustig: Es wird Englisch und Japanisch gesprochen, da der Vater ebenfalls Amerikaner ist. Ihre zwei Gastgeschwister sprechen beide Englisch und Japanisch, so wechselt man immer wieder zwischen den Sprachen ab. Auch sie sind bereits in einer traurig, deprimierten Stimmung und Emma kann es sich noch gar nicht vorstellen, dass sie schon so bald wieder "nach Hause" fliegt.

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