Samstag, 9. Mai 2015

Wo der Reis herkommt..

Am Samstag kamen Oskar (der Schwede) und ich mal wieder in den Genuss eines AFS-Events und die Familie der AFS Volunteers zu zwei zustäzlichen Arbeitskräften: Wie bereits erwähnt ist Niigata-ken (die Präfektur) berühmt für ihren guten Reis. Während der golden Week wurden die Reisfelder mithilfe der anliegenden kleinen Kanälen geflutet und man konnte jede Menge Leute sowie Reiher und Kraniche auf den Feldern beobachten. Am Samstagmorgen sollten auch wir diese urtraditionelle Erfahrung des Reis-Pflanzens machen. Mit  langen Gummistiefeln, Handschuhen und wasserabweisender Kleidung ausgerüstet, machten wir uns auf den Weg zu den Reisfeldern einer AFS-Volunteer Familie. Das Pflanzen wurde zu einer gesamten Familienangelegeneheit: Grosseltern, Onkel und Enkel sowie eine weitere befreundete Familie waren dabei. 
Reis wächst praktisch im Wasser, so flutet man zuerst die Felder und kann sich danach ans Pflanzen machen: Wir versuchten uns zuerst von Hand, dabei hat man eine Palette von Reispflanzen, von denen man etwa 4 in die Hand nimmt und einfach ins Wasser, bzw. Schlamm setzt. Die Pflanze bleibt dann direkt stecken, genau wie wir. An eine Kindheitserinnerung in der Bretagne erinnert, kämpften ich mich Schritt für Schritt zurück, man geht normalerweise beim Pflanzen vor wie beim Bodenwischen: Rückwärts, damit man nicht über die Pflänzchen trampelt. Die Plastik-Paletten werden anschliessend in einem Konstrukt ähnlich eines "Pinselwaschers" beim Wandstreichen gewaschen.
Heutzutage arbeitet man natürlich auch mit Maschinen, auch ich konnte mich dabei versuchen. Die Schwierigkeit dabei ist, geometrisch genau geradeaus zu fahren und dabei nicht die die Pflanzen zu zertrampeln. Es nieselte während des ganzen Morgens dabei leicht, dafür musste ich keinen Sonnenbrand fürchten. Wir hatten alle unglaubilch viel Spass dabei, man kann dabei ungeniert im Dreck herumspielen, egal wie behutsam man vorgeht, am Ende ist man ziemlich paniert in Schlamm. Man sollte allerdings keine Angst vor Land- und Wasserlebewesen haben: Man kann auf den Feldern Frösche fangen, Wasserläufer zwischen den Reihen beobachten und auf den leeren Paletten sowie im Wasser sind haufenweise Blutegel zu sehen. Ich war froh um meine Gummistiefel. Auch Fische sollen auf den Feldern herumschwimmen, allerdings habe ich von denen keine gesehen, aber der Schlamm ist dafür auch viel zu trüb. 
Insgesamt bepflanzten wir 4 Felder, wir benötigten dafür gute 2 Stunden und eine Teepause auf der Strasse. Zum Mittagessen wurden Oskar und ich zu den AFS Voluneers ins Haus eingeladen. Dieses Haus war das traditionellste und schönste, das ich bis jetzt zu sehen bekommen habe. Leider habe ich keine Fotos davon. Nach einem Mittagessen (japanisches Curry) auf in den Boden eingelassenen Tisch gings wieder nach Hause. 
Am Abend versuchte ich mich erneut an den Miniatur-"Backofen": Auch in Japan ist Muttertag bekannt, er funktioniert genau gleich wie in der Schweiz: Kleine Aufmerksamkeiten wie Blumen oder Kuchen werden gekauft und verschenkt. Passend zu diesem Anlass buk ich 2 kleine Zöpfe, die am Sonntag zu Birchermüesli gegessen werden sollten. 

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