Mein erster Schultag in der Schweiz ist vorbei-Der Ernst des Lebens hat begonnen. Natürlich war auch meine Zeit in Japan kein Zucker-schlecken, etwas zu Lernen gab es immer.
Doch in der Schweiz habe ich bereits 2 Wochen Schule verpasst und diesen Stoff muss ich jetzt nachbüffeln. Ich werde in nächster Zeit also doch noch keine Zeit für meine Schmöcker haben, nur für Schulbücher und Kalkulationen.
Ich fühle mich fremd in der Schweiz. Ich fühle mich weder schweizerisch, noch japanisch, irgendwo dazwischen. Ich betrachte das Schweizer Leben mit Distanz, amüsiere mich über "Mammi's" im Zug und schlecht gelaunte Kassiererinnen. Schweizer haben Tendenz zum Mürrisch-Sein, als hätten sie vergessen, wie man einfach lebt und Spass hat.
Auch wenn ich bereits nach einem Tag Schule mit der Arbeit für zukünftige Projekte, das Praktikum im Winter und dem sonstigen verpassten (und vergessenen!) Stoff bereits bis zum Hals darin stehe, will ich entspannt bleiben. Jeder der zurückgekehrten Austauschschüler hat wie ich gelernt, spontan zu sein und sich nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen.
Ich habe mich verändert, das spüre ich. Mit meinen japanischen Umgangsformen, Angewohnheiten und sonstigen Entdeckungen mag ich mich besser als mein Ich im März. Mein wichtigstes Ziel ist wohl nun, all diese Dinge nicht zu vergessen, was würde sonst von Japan übrig bleiben?
Für 5 Monate war meine Identität Austauschschüler und Exot aus dem Ausland. Diese Zeit ist nun vorbei und ich bin wieder eine Kantonsschülerin ohne gröbere Verständigungsschwierigkeiten.
(Meine sprachlichen Fähigkeiten bezüglich Deutsch, Spanisch und Französisch haben drastisch nachgelassen).
Bis zu den Herbstferien kann ich mich nun im Alltagstrott einfinden-Doch möchte ich trotzdem aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Es gibt nichts Schlimmeres, als im Austausch in einen Alltags-Teufelskreis zu verfallen-Jeder Tag sollte besonders sein, die Tage sind schliesslich gezählt.
Dies möchte ich nun auch in der Schweiz anwenden, das Leben wird sonst viel zu monoton.
Ich habe in Japan Farben lieben gelernt, viele Assoziationen habe ich zu den Farben Rosa, Pink etc. etc.
Noch vermisse ich das Land der aufgehenden Sonne und Farben nicht, doch nachdem mein Umzug sich in meinem Bewusstsein gesetzt hat, werde ich vermutlich starke Sehnsucht verspüren.
Dann sollte ich vermutlich dem Tipp der Japaner bei Langeweile etc folgen: Lernen, lernen, lernen... Meine Zeit als Japanerin ist nun (vorerst?) vorbei, mein Traum vom japanischen Highschool-Leben erfüllt. Ich fühle mich mental um vieles älter-und doch mit 17 Jahren unglaublich jung. Bereits habe ich neue Träume, Hoffnungen und Pläne. Hoffentlich lassen sich auch diese realisieren, meinen Blog beende ich mit diesem Post allerdings. Ich danke allen, welche ihn mit mehr oder weniger Beständigkeit gelesen haben und in Gedanken an meinem Abenteuer teilgenommen haben. Nie habe ich bereut, nach Japan geflogen zu sein, es war (bis jetzt) das grösste Abenteuer meines Lebens und ohne Unterstützung wäre es vermutlich nicht einen solchen Erfolg geworden.
さようなら!
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