Wennn man einen Japaner nach dem Geruch des Sommers fragt, sind das meist die Mückenspiralen: Anstatt Mückenkerzen gibt es hier grüne Spiralen, die man aufhängt und anzündet. Jedes japanische Kind kennt diese leicht stinkenden Dinger.
Ein absolut prominenter Faktor im Sommer sind allerdings die Festivals: Am Donnerstag (23.7.) fand das Joetsu-Matsuri statt. AFS schloss sich dabei einer Gruppe namens Join an, welche alle Ausländer in Joetsu beinhaltet. (Meist mit einem Japaner verheiratete Frauen)
An Sommerfestivals gibt es neben Feuerwerken lange Umzüge. Es werden kleine und grössere Schreine durch die Strassen gezogen oder getragen, Trommeln (Toko genannt) geschlagen und auf Bambusflöten gespielt. Dann gibt es noch 3 tradtitionelle Tänze mit leicht seltsamen Bewegungen. Am Donnerstag versammelten wir uns alle von Join, zogen uns in geliehene Yukatas um und erhielten einen Crash-Kurs in den Tänzen. Oskar und ich beschlossen, auf der Strasse einfach alle nachzuahmen. Um 7 Uhr ging's dann los: Durch die abgeriegelte Hauptstrasse Joetsu's reihten wir uns auf und tanzten gute 1,5h ohne Pause durch die Strasse. Es begann kurz nach 8 zu regnen, und es blieb nicht nur beim Nieseln: Während wir in Endlosschlaufe durch die Strassen tanzten, wurden wir bis auf die Knochen nass. Während des ganzen Tages herrschte eine feucht-schwüle Hitze, bei ca. 32 Grad. Doch die Stimmung war überall auf dem Höhepunkt: Menschen sangen, tanzten, viele schauten einfach nur zu. Es war eine wahnsinns tolle Erfahrung bei dieser Prozession mitzumachen. Im Regen zu tanzen war unglaublich erfrischend und jeder genoss einfach nur die Atmosphäre.







Am Sonntagabnd fand noch in Naoetsu ein Festival statt. Früher war Joetsu in mehrere Distrikte eingeteilt, bis alles zur grossen Joetsu-shi(Stadt) zusammengefasst wurde. Deshalb gibt es bis heute zwei Festivals. Naotsu liegt am Meer, genauer gesagt an der Flussmündung des Sekigawa, des grossen Flusses, welcher durch Joetsu fliesst.
Oskar, seine Geschwister, meine Schwester und ich verabredeten uns am Bahnhof und zogen bald unter einer riesigen Menschenmasse Richtung Meer. Die Luft war erfüllt von Bratfett und Fleisch: Entlang der Strassen waren wie am Joetsumatsuri unzählige Essensstände aufgebaut. Während die Schweizer Essensstände Döner, Glace etc verkaufen, gibt es hier Takoyaki, Yakisoba, Kakigori(Zerhacktes Eis mit Sirup) und einige weitere Klassiker an japanischem Essen. Zu meiner Freude sah ich viele Freunde meiner Schule wieder, auch Oskar und meine Schwester mussten unzählige Male anhalten und Freunde begrüssen. Beim Beginn des einstündigen Feuerwerks liessen wir uns am Flussufer nieder und genossen die Show. Bis zu unser Rückkehr nach Hause wurde es sehr spät. Es war ein unglaublich toller Event und die Atmosphäre war wieder einmal grossartig: Die Luft erfüllt von Schwarzpulver, Lärm, Schweiss und Essen. Meine persönliche Lieblingsdefintion von Sommer.










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