Dies ist mein 2. Blogeintrag -und ich stehe 8 Wochen vor Abflug.
Jeden Tag drehen sich meine Gedanken um meinen Austausch, das liegt vor allem daran, dass 3 meiner Klassenmitglieder in der Schweiz dieses Wochenende in ihr persönliches Abenteuer stürzen.
Nun bleibe ich noch etwas länger, da sich AFS Schweiz an die Regeln des Gastlandes halten muss.
In Japan beginnt das Schuljahr im April, das heisst, ich treffe in den Semesterferien ein und bleibe einen Monat bei meiner Gastfamilie, bevor ich zur Schule gehe.
Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit Gedanken bezüglich Alltags- und Familienleben. Werde ich dort hineinpassen?
Jeder "ehemalige" Austauschschüler erzählt davon, seine Gasteltern wirklich mit "Mama" und "Papa" angesprochen zu haben, doch ich stelle mir vor, dass man zuerst ein Vertrauen aufbauen muss, bevor die Gasteltern wirklich zu "wahren" Eltern werden.
Ich habe bereits mehrere Bücher zum Thema "Sitten und Kultur in Japan" gelesen, und frage mich, wie viel davon wahr ist.
Hat man wirklich alle 10 Minuten, das Becken im Schwimmbad aus Sicherheitsgründen zu verlassen?
Füllt man sich das Glas am Esstisch wirklich nicht nie selbst wieder auf?
Diese kleinen Details werde ich wohl selbst entdecken müssen- und mit Anlauf ins Fettnäpfchen treten. Doch ich freue mich selbst auf diese kleinen Alltagsdetails, auch wenn mir anfangs viele kleine Peinlichkeiten passieren werden.
Diese vielen kleinen Klischees klingen für mich fremd-und machen mich zugleich neugierig.
Die meisten Austauschschüler erhalten ihre Gastfamilie 10-2 Wochen vor Abflug, weshalb ich jeden Tag mehrmals meine E-Mails aktualisiere. Bereits haben 3 von unserer 5-köpfligen Japan-Truppe ihre Familie und Standort erhalten, doch für mich ist noch etwas Geduld gefragt.
Über Gastgeschwister würde ich mich riesig freuen, sie brechen das Eis viel schneller, in dem sie für den gewissen Familien-Flair sorgen- So stelle ich es mir zumindest vor.
Auch bildet sich unter Austauschgeschwistern häufig eine enge Freundschaft, auch wenn die anfängliche Neugierde an der Schule abgeebbt ist und man beginnt sich im Alltagsleben integrieren zu müssen. Viele haben es schwer, Anschluss zu finden, wenn *Die Neue* schon eine Weile zur Schule geht und ihren Ausländer-Bonus aufgebraucht ist.
Wie stellt man sich die typische japanische Familie der Mittelschicht vor? Ein kleines Haus in der Vorstadt mit Garten, in den man via Shoji-Türen gelangt (Türen mit Japan-Papier bespannt), oder eine kleine, moderne Wohnung in einem Block in der Innenstadt?
Ich bin gespannt, was mich erwartet und könnte mir beides gut vorstellen. Auf jeden Fall wird es eine komplett neue Umgebung, ob es nun das turbulente Stadtleben oder die meditative Ruhe auf dem Land ist- meine Vorfreude wächst mit jedem Tag!

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